Ein optisch ansprechendes Layout vermittelt seine Botschaft nicht automatisch. Passanten vor einem Schaufenster und wartende Gäste in einer Hotellobby sollten nicht mit derselben Lesedauer eingeplant werden. Digital-Signage-Inhalte beginnen deshalb mit Kommunikationsziel und Betrachtungssituation, nicht erst beim Hochladen der Datei.
Dieser Leitfaden nennt keine universelle Sekundenregel oder Schriftgröße. Er soll helfen, Inhalte am realen Einsatzort überprüfbar zu machen. Botschaft, Format und Aktualisierungsablauf sollten gemeinsam geplant werden.
Für jeden Inhalt eine Hauptaussage festlegen
Schreiben Sie vor der Gestaltung auf, was die Zielgruppe erfahren oder tun soll. Ein neues Produkt erkennen, einen Preis lesen und eine Abteilung finden sind verschiedene Aufgaben. Setzen Sie eine Priorität, statt den gesamten Katalog in eine einzige Werbegrafik zu packen.
Bei einem hypothetischen Kaffeeangebot könnten Produkt, Preis und Gültigkeit die Gestaltung bestimmen. Längere Erläuterungen gehören gegebenenfalls in eine separate Anzeige oder einen geeigneten digitalen Kanal. Bild und Überschrift sollten dieselbe Aussage unterstützen.
Hoch- und Querformat getrennt gestalten
Ein Format von 1920×1080 Pixeln im Verhältnis 16:9 verlangt eine andere Anordnung als 1080×1920 Pixel im Verhältnis 9:16. Diese Maße sind Beispiele. Die tatsächliche Arbeitsfläche ergibt sich aus Zielauflösung und Inhaltsbereich. Ein Querformat sollte nicht einfach in ein Hochformat gestaucht werden.
Bei Videowalls oder geteilten Bildschirmen benötigen Sie die Maße jedes Bereichs. Kontrollieren Sie Preise, Logos und Kontaktangaben an den Rändern. Eine auf dem Gestaltungsrechner funktionierende Datei muss zusätzlich auf dem vorgesehenen Player geprüft werden.
Lesbarkeit als Grundanforderung behandeln
Sorgen Sie für ausreichende Unterscheidbarkeit von Schrift und Hintergrund. W3C erläutert im Zusammenhang mit Webinhalten die Bedeutung von Textkontrast. Nutzen Sie dieses Prinzip als Gestaltungshilfe, nicht als Nachweis einer vollständigen Barrierefreiheitszertifizierung der Installation.
Verlassen Sie sich bei Bedeutungen nicht ausschließlich auf Farbe. Ergänzen Sie Zustände wie verfügbar oder Aktion beendet durch Text oder Symbole. Zusätzliche visuelle Hinweise neben Farbe gehören ebenfalls zu den von W3C beschriebenen Ansätzen.
Dauer mit Informationsmenge abstimmen
Legen Sie nicht für jeden Bildschirm dieselbe Anzeigedauer fest. Berücksichtigen Sie, ob Menschen vorbeigehen oder länger warten. Prüfen Sie kurze Produktbotschaften in Laufbereichen und ausführlichere Inhalte in Wartezonen. Entscheidend ist, ob die Information vor dem Wechsel erfasst werden kann.
Verstecken Sie die Hauptaussage nicht erst am Ende einer Animation. Wesentliche Inhalte sollten auch ohne Ton und beim Einstieg mitten in die Sequenz verständlich sein. Bewerten Sie Audio nach Einsatzort und vermitteln Sie entscheidende Informationen nicht ausschließlich akustisch.
Veröffentlichungsplan gemeinsam mit Dateien übergeben
Verwenden Sie Dateinamen mit Kampagne, Sprache, Ausrichtung und Version. Halten Sie Start, Ende, Zielort und Freigabeverantwortung fest. Bestimmen Sie den Ersatzinhalt bereits vor Ablauf eines Angebots.
Übersetzungen benötigen nicht zwangsläufig dieselbe Textfläche. Prüfen Sie englische und deutsche Fassungen jeweils im Layout. Preise, Termine, Einheiten und Produktnamen sollten gesondert freigegeben werden, auch wenn die Gestaltungsvorlage unverändert bleibt.
Vorlagen und laufende Produktion unterscheiden
Erstellen Sie wiederverwendbare Strukturen für Menüs, Mitteilungen und Angebote. Trennen Sie feste und bearbeitbare Bereiche. Das Layout sollte auch dann stabil bleiben, wenn Bild, Produktname oder Preis ausgetauscht werden. Testen Sie es auf den vorgesehenen Displays.
Bei externer Inhaltserstellung sollten neue Entwürfe, Korrekturen, Sprachfassungen und Veröffentlichungskontrollen festgelegt werden. DSFeed beschreibt Inhaltserstellung und Veröffentlichungsplanung als Leistungen; konkrete Ergebnisse und Zuständigkeiten müssen dennoch projektspezifisch vereinbart werden.
Live-Ergebnis prüfen und Wirkung sauber bewerten
Kontrollieren Sie vor Veröffentlichung Produkt, Preis, Datum, Sprache, Bild und Zielbildschirm. QR-Codes sollten am tatsächlichen Display aus der vorgesehenen Position gescannt werden. Sehen Sie nach Dateiänderungen die reale Anzeige an, nicht nur die Upload-Bestätigung.
Verändern Sie bei Wirkungstests nicht gleichzeitig Gestaltung und zahlreiche Kampagnenbedingungen. Dokumentieren Sie Version und Laufzeit. Verkaufs- oder Interaktionsunterschiede dürfen nicht ohne geeigneten Vergleich einer einzelnen Grafik zugeschrieben werden.
Einen wiederholbaren Ablauf schaffen
Ein Inhaltsplan, benannte Zuständigkeit und Prüfverfahren bilden die Grundlage für aktuelle Displays. Digital-Signage-Dienstleistungen können für Produktion und Betrieb, Corevo für Veröffentlichungsverwaltung betrachtet werden. Bei Restaurantinhalten sollten digitale Menüboards bereits im Gestaltungsbrief berücksichtigt werden, damit Dateien zur tatsächlichen Bildschirmfläche passen.
Häufig gestellte Fragen
Benötigen alle Grafiken dieselbe Größe?
Nein. Ausrichtung, Zielauflösung und Inhaltsbereich bestimmen das Format. Hochformat, Querformat und geteilte Bereiche müssen gesondert geprüft werden.
Wie lange sollte eine Anzeige sichtbar sein?
Eine feste Dauer gilt nicht für jeden Standort. Bestimmen Sie sie anhand eines Lesbarkeitstests mit realen Inhalten und Betrachtungsbedingungen.
Müssen alle Inhalte animiert sein?
Nein. Wählen Sie statische oder bewegte Gestaltung passend zur Aussage. Animation sollte einen erkennbaren Zweck erfüllen.
Kann ein QR-Code auf dem Display stehen?
Prüfen Sie Zieladresse, Abstand, Sichtdauer und reale Bildschirmgröße. Erläutern Sie neben dem Code, wohin er führt.
Was gehört in ein Angebot zur Inhaltserstellung?
Neue Entwürfe, Revisionen, Sprachfassungen, Quelldateien, Zeitpläne und Kontrollaufgaben sollten eindeutig beschrieben werden.

































.png&w=410&h=235)



























